Genetik und Vererbung

Wir möchten mit dieser Seite die Forschungsarbeit der Tierärztlichen Hochschule Hannover und deren Stiftung unterstützen.


Nach einem heutigen Telefonat mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Diestl, der tierärztlichen Hochschule Hannover bekam ich diese Erlaubnis, diverse  Studien der TiHo mit unseren Seiten zu unterstützen.


Selbstverständlich zählen wir natürlich auf Euch Hundehalter und hoffen, dass Ihr alle an der Gesundheit Eurer Hunde ein großes Interesse habt und hoffen um so mehr im Namen der Tierärztlichen Hochschule Hannover auf Eure zahlreiche Unterstützung.


Der Grund sind die Forschung zur Vererbung auf unterschiedlichen Gebieten

 

  • Allgemeine Tierzucht und Genetik der Haustiere
  • Molekulargenetik
  • Zytogenetik
  • Erbpathologie und Verhaltensgenetik.

 

Vorlesungen, Übungen, Seminare und Tierzuchtdemonstrationen zu Spezialgebieten der Tierzucht und Genetik werden angeboten.

Cystinurie:


Cystinurie entsteht durch einen Defekt in der Resorption von Aminosäuren (COLA: Cystein, Ornithin, Lysin, Arginin) in den proximalen Nierentubuli. Cystinurie wurde bei mehr als 65 Hunderassen beobachtet. Bei Cystinurie bilden sich Cystinsteine in der Blase (Urolithiasis). Im Mittel tritt die Erkrankung bei Hunden mit 5 Jahren (2 - 7 Jahre) auf. Über 90 % der betroffenen Tiere sind Rüden. Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten werden deutlich mehr Rüden in der tierärztlichen Praxis vorgestellt, da die Steine die männliche Harnröhre verlegen können.

Cystinurie hat eine erbliche Genese. Beim Hund sind verschiedene Erbgänge für Cystinurie bekannt. Es wurden bereits Mutationen für Cystinurie identifiziert, die in Genen liegen, die für das Aminosäuretransportsystem b0, + kodieren (SLC3A1 und SLC7A9). 

 

Man unterteilt beim Hund 3 Typen von Cystinurie abhängig vom Vererbungsschema:

 

Typ I-A

 

- Vererbung autosomal rezessiv (betroffene Tiere tragen zwei Defektallele)

- Neufundländer, Landseer, Labrador Retriever

- verursacht durch Mutationen im SLC3A1 Gen

- schwere und früh-manifeste Form (ab Welpenalter oder bei jungen Hunden)

- beide Geschlechter betroffen

 

Typ II-A

 

- Vererbung autosomal dominant (betroffene Tiere tragen ein oder zwei Defektallele)

- Australian Cattle Dog

- verursacht durch Mutationen im SLC3A1 Gen

- schwere und früh-manifeste Form (ab Welpenalter oder bei jungen Hunden)

- beide Geschlechter betroffen

 

Typ II-B

 

- Vererbung autosomal dominant (betroffene Tiere tragen ein oder zwei Defektallele)

- Zwergpinscher

- verursacht durch Mutationen im SLC7A9 Gen

- beide Geschlechter betroffen

 

Typ III

 

- leichtere und spät-manifeste Form

- nur männliche Tiere betroffen

- bisher keine Mutation bekannt

- ein modifizierender Androgeneffekt wird vermutet

- mehr als 60 Rassen: Mastiff, Französische Bulldogge,

 Basset, Irish Terrier, Scottish Deerhound, u.a.